Diese kalten Porzellanaugen blickten auf mich herab

"Diese kalten Porzellanaugen blickten auf mich herab" | Keramik, Metall, Siebdruck auf Keramik | 2018

„Die Ordonnanzen standen still und steinern an den Türen, man hörte das langsame, harte Ticken der großen Standuhr, links von ihr sah der Allerhöchste Kriegsherr aus kalten, porzellanblauen Augen auf seine schweigsamen Offiziere. Es wagte weder jemand, allein
fortzugehn, noch den Nächsten mitzunehmen. Und also blieben sie, jeder an seinem Platz. Wo zwei oder drei zusammensaßen, tropften die Worte einzeln und schwer von den Lippen, und zwischen Wort und Antwort lastete eine große Stille aus Blei. Jeder fühlte die Stille auf seinem Rücken.“ (Radetzkymarsch, Joseph Roth)
Entstanden in Anlehnung an obengenanntes Zitat, besteht die Arbeit aus einem eisernen Gerüst, das formal die Struktur von Gefängnisüberwachungstürmen und Hochspannungsmasten aufgreift, und einer undefinierbaren, wolkenähnlichen Masse aus Keramik. Diese ist sehr dick glasiert und im unteren Drittel mit Augen in einem keramischen Siebdruckverfahren bedruckt. Das Gerüst ist in einem Rosa lackiert, das an historische Prothesen erinnert.


"Diese kalten Porzellanaugen blickten auf mich herab" (Keramik, Metall, Siebdruck auf Keramik) |
Ausstellungsansicht Oktogon, HfBK Dresden | 2018


"Diese kalten Porzellanaugen blickten auf mich herab" (Keramik, Metall, Siebdruck auf Keramik) |
Ausstellungsansicht Oktogon, HfBK Dresden | 2018


"Diese kalten Porzellanaugen blickten auf mich herab" (Keramik, Metall, Siebdruck auf Keramik) |
Ausstellungsansicht Oktogon, HfBK Dresden | 2018


"Diese kalten Porzellanaugen blickten auf mich herab" (Keramik, Metall, Siebdruck auf Keramik) |
Ausstellungsansicht Oktogon, HfBK Dresden | 2018